Trinkwasser in den Bergen

Auf langen Wanderungen musst du zwischendurch immer deinen Wasservorrat auffüllen.

Bei sportlichen Aktivitäten – vor allem bei anstrengenden Wanderungen im Sommer – ist es wichtig, immer ausreichend Trinkwasser dabei zu haben. Nun will natürlich niemand mehrere Liter Wasser und damit zusätzliches Gewicht im Rucksack mit auf den Berg schleppen. In den Bergen gibt es jedoch eine einfache Lösung: die Wasservorräte einfach immer wieder an Bächen und Quellen auffüllen. Damit du beim Wandern immer sauberes Wasser trinken kannst und durch Bakterien, Viren oder andere Verunreinigungen verursachte Krankheiten vermeidest, habe ich ein paar nützliche Tipps.


Es ist keine Frage - wer unterwegs ist benötigt Flüssigkeit. Umso mehr, je länger die Tour dauert, je höher die Temperaturen sind und je sportlicher Etappen gegangen werden. Bei einer Tagestour oder bei Hüttenwanderungen nimmst du im Regelfall beim Frühstück und wieder zum Abendessen Getränke zu dir. Dennoch solltest du für den Tagesbedarf als absolutes Minimum mindestens einen Liter Flüssigkeit - idealerweise Wasser - mitnehmen.

Wer allerdings mehrere Tage unterwegs ist und zudem nicht (immer) in Hütten nächtigt, muss selbst für den Tagesbedarf an Trinkwasser, eventuell sogar auch fürs Kochen, sorgen. Und es versteht sich von selbst, dass wir nicht den Vorrat für mehrere Tage mitschleppen können. Gewicht ist eben auch Geschwindigkeit.

Die Alpen sind im Allgemeinen eine regenreiche Region - hier versorgt uns die Natur. Du musst es nur richtig nutzen. Das Wasser aus Gebirgsbächen oder Quellen ist in der Regel sauber und kann bedenkenlos direkt getrunken werden. Woran du sauberes Wasser erkennst? In unbewohnten Regionen ist die Wahrscheinlichkeit, auf verschmutztes Wasser zu stoßen, sehr gering. Als Faustregel gilt auch: je kälter das Wasser, desto sauberer ist es. Im warmen Wasser können sich gefährliche Bakterien und Viren deutlich schneller vermehren als in kalten Bächen. Gleiches gilt auch für die Fließgeschwindigkeit. Je schneller der Bach durch das Gebirge rauscht, umso sauberer ist das Wasser.

In Gebieten mit Siedlungen und auch in der Nähe von weidenden Tieren solltest du dagegen auf die Wasserentnahme verzichten. Generell rate ich auch davon ab, Schnee einfach in den Mund zu schieben, denn Schnee enthält immer sehr viel Staub und Schmutz (Feinstaub ist im Übrigen auch für die Gletscherschmelze mit verantwortlich, da er viel Sonnenenergie absorbiert) und der Körper benötigt enorm viel Energie den kalten Schnee zu Flüssigkeit zu schmelzen. Vorsicht auch Wasser aus Gletscherseen. Es ist schmutzig, nährstoffarm und hat keinen natürlichen Zufluss. Mit anderen Worten: es ist "abgestanden".


Bleibt also nur, Fließgewässer aufzubereiten. Drei übliche Methoden will ich hier vorstellen:


1. Die einfachste Methode sind Entkeimungstabletten, entweder auf Chlor- oder Jodbasis oder mit Silberionen. Sofern die empfohlene Dosierung richtig (Achtung, es handelt sich um ein Biozid) angewendet wird, ist die Handhabung einfach. Allerdings musst du eine Kontaktzeit einkalkulieren, in der Regel bis zu 2 Stunden, und sie funktioniert nur mit klarem Wasser. Logisch, da mit dieser chemischen Methode keine Schwebstoffe ausgefiltert werden können. Nachteilig ist der unangenehme – aber nicht schädliche – Geschmack durch die Entkeimungstabletten.


Die beiden folgenden Methoden basieren auf dem gleichen Prinzip. Es handelt sich um professionelle Wasserfiltersysteme. Sie verfügen über einen Keramikfilter (Hohlfaserfilter), der in der Lage ist, selbst mikroskopisch kleine Feststoffe aus dem Wasser herauszufiltern. Zusätzlich haben sie auch einen Aktivkohlefilter, der Giftstoffe bindet und Mikroorganismen aus dem Wasser entfernt. Dadurch werden diese Wasserfilter zu einer der sichersten und zuverlässigsten Methoden der Wasseraufbereitung:


2. Filter in Trinkflaschen bzw. im Trinksystem sind einfach in der Handhabung, da das kontaminierte Wasser einfach in den Flaschen oder Trinkblasen mitgeführt und erst beim Trinken durch den Filter geleitet wird. Ich sehe es allerdings als großen Nachteil, dass man verschmutztes Wasser ins Trinksystem abfüllt. Das System ist und bleibt kontaminiert und im ungünstigsten Fall kann es zu einer Übertragung zum Kontakt mit Lebensmitteln kommen.


3. Vorteilhafter sind dagegen Systeme, die das Wasser schon während der Entnahme aus der Natur filtern, also Pumpsysteme mit integriertem Filter. Hierbei erhältst du schon beim Befüllen deines Trinksystems bzw. deiner Trinkflaschen sauberes Wasser. Eine Kontamination mit Schmutzwasser ist weitestgehend ausgeschlossen.


Wichtig dabei ist jedoch, dass man die Filter regelmäßig reinigt und trocknen lässt. Ansonsten läuft man Gefahr, den Filter selbst zu einem Nährboden für Bakterien zu machen und sein Wasser am Ende mit Mikroorganismen anreichert, anstatt es zu säubern.

Natürlich bleibt auch immer die älteste Art und Weise Wasser brauchbar zu machen, nämlich durch Abkochen. Aber der Bedarf an Brennstoff, den du mittragen müsstest, ist enorm.


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